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Was ist ein „Burnout“?

Symptome & Ursachen erklärt
Icon Was ist ein „Burnout“?
Zu viel zu tun und zu wenig Zeit! Wenn Berge von Arbeit sich auftürmen und man trotzdem versucht, alles perfekt und „in time“ zu erledigen, kann man unter Umständen direkt auf ein Burnout zusteuern.
Ein schnelllebiger Alltag mit viel Stress kann für manche Menschen zu einer großen Belastung werden und zu einem Burnout führen – ein Gefühl von übermäßiger Erschöpfung, Niedergeschlagenheit und mangelnder Motivation. Diese Erkrankung kann in allen Altersklassen auftreten und Jugendliche oder Berufstätige gleichermaßen betreffen. Für Betroffene ist es wichtig, mögliche Ursachen, sowie Therapiemöglichkeiten zu erkennen und zu verstehen. Lassen Sie uns in diesem Artikel in das Thema Burnout eintauchen und die wichtigsten Fragen beantworten.

Burn-out – was brennt denn da?

Der Begriff Burnout kommt auf dem Englischen und heißt übersetzt „ausgebrannt“. Alternative Bezeichnungen sind Burn-out oder auch Burnout-Syndrom (oder Burn-out-Syndrom). In der 11. Version der International Classification of Disease (ICD-11) ist Burn-out definiert als ein Syndrom, dass durch chronischen Stress am Arbeitsplatz ausgelöst wird, der nicht adäquat bewältigt wird. Das Syndrom ist durch drei Dimensionen gekennzeichnet:

Anfälligkeit für eine Erschöpfungsdepression
Im heutigen hektischen Leben sind viele Menschen aufgrund von hohen Belastungen und Stressanforderungen anfällig für eine Erschöpfungsdepression.
  • Gefühle von Erschöpfung oder Energiemangel
  • eine größere geistige Distanz zum eigenen Beruf sowie eine negative oder zynische Einstellung der eigenen Arbeit gegenüber
  • ein in Gefühl der Ineffektivität und des Mangels an Leistung

In den 70er Jahren wurde der Begriff „Burnout“ von dem amerikanischen Psychologen Herbert Freudenberger in die Fachwelt und den allgemeinen Sprachgebrauch eingeführt. In seiner Publikation bezog er sich dabei zunächst auf Menschen, die im Gesundheitsbereich (Ärzte, Pflegepersonal) tätig waren und in Folge des hohen Stresslevels erschöpft, sowie überfordert und antriebslos waren. Seine ersten Erkenntnisse zu diesem Thema stammten aus Eigenbeobachtungen: Freudenberg arbeitete als Psychiater zehn Stunden pro Tag in einer eigenen Praxis in New York und half nach Feierabend ehrenamtlich in einer „free clinic“ für Jugendliche. Als seine Familie ihn auf seine ständige Abwesenheit, seine Gereiztheit und Dauermüdigkeit ansprach, reagierte er nur mit Unverständnis: „Du meinst, ich sollte weniger tun? Mehr müsste ich tun. […] Selbst wenn ich rund um die Uhr arbeitete – ich könnte nicht genug tun.“ zitierte er sich selbst in einer seiner Veröffentlichungen.

Später wurde der Begriff des Burn-out-Syndroms auf alle Berufsgruppen ausgeweitet und ist heute ein anerkanntes Phänomen. Allerdings ist das Beschwerdebild in den gängigen Diagnosesystemen nicht im Sinne einer eigenständigen Krankheit, sondern beispielsweise im ICD-11 unter „Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen oder zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen“ in der Unterkategorie „Berufliche Exposition gegenüber Risikofaktoren“ aufgeführt. Somit kann das Burnout zwar als Ursache oder Risikofaktor für eine Diagnose gelten, wird aber nicht als eigenständige Diagnose geführt.

Das Burnout-Syndrom: Ursachen

Die Auslöser für Burnout sind vielfältig. Risikofaktoren können sowohl bei der betroffenen Person als auch in ihrer Arbeitsumgebung auftreten. Mögliche begünstigende (persönliche) Faktoren sind:
  • Alter
  • Geschlecht
  • Familienstand
  • Stressresistenz, erlernte Stressbewältigungsstrategien
  • fehlender Ausgleich, mangelnde Work-Life-Balance
  • Arbeitsplatzunsicherheit und geringe Aufstiegschancen
  • Mangel an Autonomie und Anerkennung
  • Rollenkonflikte und fehlende Fairness in der Arbeit
  • übermäßige Arbeitsbelastung und Überforderung
  • Konflikte am Arbeitsplatz
Überforderung und Stress
Ist entweder das Arbeitspensum zu hoch oder die Zeit zu knapp, entstehen Überforderung und Stress!

Burnout – Anzeichen und Symptome

Körperliche Beschwerden

Burnout-Betroffene leiden häufig unter körperlichen Beschwerden. Diese können sowohl Folge der psychischen wie auch einer körperlichen Überbeanspruchung sein. Mögliche Symptome sind:

  • rasche Ermüdbarkeit, verminderte körperliche Belastbarkeit
  • Schmerzen, am häufigsten
    • Rückenschmerzen
    • Gelenkschmerzen
    • Gliederschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden wie
    • Übelkeit
    • Blähungen
    • Verdauungsstörungen (Durchfall, Verstopfung)
  • Schwindel
  • Appetitveränderungen

Psychische Beschwerden

Neben den körperlichen Burnout-Symptomen kann der Dauerstress und anhaltende Erschöpfungszustand auch Auswirkungen auf die Psyche haben. Dazu gehören

  • Schlafstörungen, nicht erholsamer Schlaf
  • Konzentrationsstörungen
  • Erschöpfung
  • Reizbarkeit, Aggression

Dadurch sinken oftmals Motivation und Leistungsfähigkeit, es kommt gehäuft zu Konflikten und emotionaler Überforderung.

Betroffenen sollten auch darauf achten, ob sich die Beschwerden mit der Zeit zu mehr als einem „bloßen“ Burnout entwickeln. Gerade, wenn ein Gefühl innerer Leere, eine ausgeprägte Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse und Interessen oder eine starke Antriebslosigkeit zu den Symptomen hinzutreten, können dies Hinweise auf eine depressive Episode sein. Auch Angststörungen oder somatoforme Störungen können in zeitlicher Assoziation mit einem Burnout auftreten.

Ausgebrannt sein kann Folgen haben
Burnout: Ausgebrannt sein kann diverse Folgen für die Gesundheit, das soziale Umfeld und die berufliche Situation haben.

Die Auswirkungen eines Burnouts

Gesundheitliche Auswirkungen

Im Zuge eines Burnout-Syndrom kommt es im Körper zu einer anhalten Aktivierung des autonomen Nervensystems (Stressreaktion, Sympathikus-Aktivierung) sowie funktionellen Veränderung in der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrindenachse und der Freisetzung des Stresshormons Cortisol. In Folge dessen kann bei Betroffenen beispielsweise das Risiko für das Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen oder dem metabolischem Syndrom erhöht sein. Auch Auswirkungen auf das Immunsystem werden diskutiert.

Auswirkungen auf die Arbeitsleistung

Bei einem Burnout reduziert sich die Arbeitsleistung der Betroffenen. Durch die emotionale Erschöpfung kann die Kreativität und Konzentration negativ beeinflusst sein und körperliche wie psychische Symptome können für eine verminderte Leistungsfähigkeit und eine Häufung an Krankheitstagen sorgen.

Auswirkungen auf Privatleben und Beziehungen

Die Verhaltensänderungen, die chronische Überlastung und anhaltende berufliche Belastungen können sich auch auf den persönlichen Lebensbereich der Betroffenen auswirken. Neben Gereiztheit und möglichem aggressivem Verhalten können auch abnehmendes Interesse an sozialen Aktivitäten, reduzierte Belastbarkeit und emotionale Abgrenzung von engen Bezugspersonen eine erhebliche Last für das soziale Umfeld sein. Die daraus entstehenden Probleme und Konflikte zu Hause und im Freundeskreis belasten alle Beteiligten und können bei den Betroffenen zusätzlichen Stress erzeugen und Rückzugstendenzen verstärken.

Ein zusätzlicher Belastungsfaktor in der Partnerschaft können sexuelle Funktionsstörungen sein, die als eines von vielen Burnout-Symptomen auftreten können.

Burn-out-Syndrom: Der Weg zur Diagnose

Beschwerden sollte man ernst nehmen
Auch wenn das Burnout keine eigenständige Diagnose darstellt, sollte man die Beschwerden dennoch ernst nehmen und rechtzeitig handeln.

Eine Herausforderung bei der Feststellung eines Burnouts besteht darin, dass es weder etablierte einheitliche Definition noch ein valides Instrument zur Diagnostik gibt. Zudem kann ein Arzt nicht die alleinige Diagnose „Burnout“ vergeben, sondern nach ICD-11 das Burnout nur als Ursache oder Risikofaktor für eine andere Erkrankung verschlüsseln. Nach ICD-11 kann die Zusatzdiagnose Burnout vergeben werden, wenn folgende Charakteristika vorliegen:

  • Gefühle der Energieerschöpfung oder Erschöpfung
  • Erhöhte mentale Distanz zur Arbeit oder Gefühle von Negativismus oder Zynismus in Bezug auf die Arbeit
  • Ein Gefühl der Ineffektivität und des Mangels an Leistung

Dieser Zustand muss ursächlich mit Belastungen am Arbeitsplatz in Verbindung stehen. Ein Anwendung der Kriterien auf andere Lebensbereiche sollte nicht erfolgen.

Es gibt allerdings bisher keinen allgemein etablierten Test, der ein Burnout zweifelsfrei erfassen könnte. Zwar gibt es Fragebögen für Burnout-Symptome, diese können aber nur einen Anhaltspunkte für eine erhöhte berufliche Belastungen und ein erhöhtes Risiko für ein Burnout liefern. Daher muss der Arzt oder Therapeut genau auf Hinweise im Gespräch mit seinem Patienten/Klienten achten und genau auf körperliche Symptome und seelische Belastungen achten, um nichts zu übersehen.

Eine funktionierende Work-Life-Balance ist wichtig
Von der Dauerbelastung zur Tiefenentspannung – eine funktionierende Work-Life-Balance und effektive Stressbewältigungsstrategien können helfen, einem Burnout vorzubeugen.

Behandlungsmöglichkeiten von Burnout

Die Behandlungsmöglichkeiten von Burnout umfassen psychotherapeutische Interventionen, Stressbewältigungstechniken, Verhaltensänderungen, Entspannungsübungen und gegebenenfalls eine medikamentöse Therapie. Eine frühzeitige Diagnose und Intervention/Therapie kann die Genesung beschleunigen und einer Chronifizierung vorbeugen.

Die Rolle des Arbeitgebers

Verantwortung der Arbeitgeber und Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz

Ein gesundes Arbeitsumfeld minimiert das Risiko für einen Burnout
Durch ein gesundes Arbeitsumfeld kann das Risiko für die Entstehung eines Burnouts vermindert werden.

Durch ein gesundes Arbeitsumfeld kann das Risiko für die Entstehung eines Burnouts vermindert werden.

Die Arbeitgeber sind für die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Arbeitnehmer verantwortlich. Nach § 618 BGB hat „[d]er Dienstberechtigte […] Räume, Vorrichtungen oder Gerätschaften, […] so einzurichten und zu unterhalten und Dienstleistungen, […] so zu regeln, dass der Verpflichtete gegen Gefahr für Leben und Gesundheit soweit geschützt ist, als die Natur der Dienstleistung es gestattet.“. Diese sogenannte Fürsorgepflicht des Arbeitgebers dient in erster Linie dem Schutz des Arbeitnehmers. Allerdings habe viele Unternehmen inzwischen erkannt, dass auch der Erfolg des Gesamtunternehmens in direkter Verbindung mit der Mitarbeitergesundheit steht und Maßnahmen für einen gesunden Arbeitsplatz und zur Burnout-Prävention halten weiter Einzug in die Arbeitsstätten, Betrieb und Dienstleistungsunternehmen. Mögliche Präventionsmaßnahmen bezüglich des Burnout-Syndroms können beinhalten:

Arbeitsumfeld

Das Arbeitsumfeld bezieht sich auf zwei Dimensionen: das räumliche und organisatorische Umfeld sowie das kollegiale und soziale Umfeld. Zum den räumlichen und organisatorischen Gegebenheiten zählen Dinge wie die Gestaltung von Arbeitsräumen, Möglichkeiten der Arbeitnehmer zu flexibleren Arbeitszeiten oder Homeoffice sowie regelmäßige Pausenzeiten und die Möglichkeit, diese Pausen angenehm zu verbringen (Zugang zu adäquaten Pausenräumen, die Möglichkeit nach draußen zu gehen, …).

Auch Angebote für sportliche Betätigung, Entspannungs- oder Stressmanagementkurse können die Mitarbeitergesundheit stärken. Bezüglich der kollegialen und sozialen Faktoren am Arbeitsplatz spielen vor allem klare Richtlinien, zum Beispiel zum Umgang mit Konflikten mit Kollegen oder Vorgesetzten oder der Aufgabenverteilung innerhalb eines Teams eine Rolle. Dabei ist vor allem eine offene Kommunikation zwischen den Mitarbeitern untereinander, aber auch zwischen Angestellten und Führungskräften entscheidend.

Arbeitsbelastung

Eine realistische Einschätzung der zumutbaren Belastung für den Arbeitnehmer bildet die Grundlage, um Überforderung und Frust als Gründe für Unzufriedenheit im Beruf zu vermeiden. Idealerweise werden dabei die Ressourcen jedes Mitarbeiters zutreffend eingeschätzt und er bekommt die notwendigen Mittel und die Unterstützung bereitgestellt, um die Aufgabe effizient und den Anforderungen entsprechend ausführen zu können.

Schulungen

Schulungen zum Thema Stress und Arbeit können sowohl für Führungskräfte wie auch für Angestellte von großer Bedeutung sein. Zahlreiche Studien haben zudem gezeigt, dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem Verhalten von Führungskräften und der Arbeitnehmerzufriedenheit sowie eine indirekte Korrelation mit den Fehlzeiten der Arbeitnehmer besteht. Daher können Unternehmen zahlreiche Vorteile daraus ziehen, Führungskräfte adäquat zu schulen und ihnen das nötige Werkzeug für ein gute Arbeitsklima an die Hand zu geben. Arbeitnehmer wiederum können lernen, wie sie mit Belastungen und hohen Anforderungen im Job umgehen und dabei die eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen verlieren.

Berufliche Belastung kann psychische Erkrankungen begünstigen
Berufliche Belastung kann nicht nur das Risiko für ein Burnout erhöhen, sondern auch das Auftreten anderer psychische Erkrankungen begünstigen.

Burnout und anderen psychischen Störungen

Neben einem Burnout-Syndrom können Belastungen im Arbeitsumfeld auch andere psychische Erkrankungen hervorrufen. Dazu gehören unter anderem Angststörungen, Depressionen, Somatisierungsstörung und Ermüdungssyndrom bzw. Körperstressstörung.

Im Folgenden werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Burnout und ähnlichen Beschwerden dargestellt:

Gemeinsamkeiten

Das Auftreten dieser Erkrankungen wird durch chronischen, übermäßigen Stress an der Arbeitsstelle begünstigt.

Alle Erkrankungen können erhebliche Folgen für die körperliche und seelische Gesundheit Betroffener sowie für deren Privat- und Berufsleben haben. Es können sowohl körperliche Symptome als auch psychische Beschwerden auftreten.

Die Behandlung dieser Krankheiten umfasst häufig eine Kombination aus Allgemeinmaßnahmen, medikamentösen und gesprächstherapeutischen Interventionen.

Fragebögen können zur Beurteilung eines Burnouts zurate gezogen werden
Verschiedene Fragebögen können zur Beurteilung eines Burnout zurate gezogen werden (z.B. das Maslach Burnout Inventory (MBI) oder das Copenhagen Burnout Inventory (CBI)). Einen allgemein anerkannten Test gibt es jedoch nicht.

Unterschiede

Das Auftreten dieser Erkrankungen wird durch chronischen, übermäßigen Stress an der Arbeitsstelle begünstigt.

Alle Erkrankungen können erhebliche Folgen für die körperliche und seelische Gesundheit Betroffener sowie für deren Privat- und Berufsleben haben. Es können sowohl körperliche Symptome als auch psychische Beschwerden auftreten.

Die Behandlung dieser Krankheiten umfasst häufig eine Kombination aus Allgemeinmaßnahmen, medikamentösen und gesprächstherapeutischen Interventionen.

Zusammenfassung

Ein Burnout entsteht durch chronischen Stress am Arbeitsplatz und ist gekennzeichnet durch emotionale Erschöpfung, Zynismus oder Distanzierung von der Arbeit und ein vermindertes Gefühl der persönlichen Leistungsfähigkeit. Das Syndrom kann schwerwiegende Folgen für die physische und psychische Gesundheit der Betroffenen sowie für deren Privat- und Berufsleben haben. Verschiedene Strategien der Arbeitnehmer und angemessene Maßnahmen seitens des Arbeitgebers können das Risiko für das Auftreten eines Burnouts verringern.

Ein dauerhaft überfüllter Schreibtisch kann zu Burnout führen
„Gerade weil wir engagiert sind, gehen wir in die Burnout-Falle. Wir arbeiten zu viel, zu lange und zu intensiv.“ – Herbert Freudenberger

Ausblick auf zukünftige Entwicklungen

Da Burnout nach wie vor ein bedeutendes Problem am Arbeitsplatz ist, besteht ein wachsender Bedarf an kontinuierlicher Forschung, um die Ursachen, Prävention und Behandlung dieser Krankheit besser zu verstehen. Nachfolgend sind einige mögliche Bereiche für zukünftige Burnout-Forschung aufgeführt:

  1. Interkulturelle Studien:
    Untersuchungen zu Burnout-Risiken, der Häufigkeit der Erkrankung und den seelischen und körperlichen Beschwerden bei Menschen unterschiedlicher Herkunft.

  2. Präventionsstrategien:
    Entwicklung effektiver Präventionsstrategien, die an verschiedenen Arbeitsplätzen und in verschiedenen Branchen eingesetzt werden können.

  3. Wirksamkeit der Behandlung:
    Untersuchung der Wirksamkeit verschiedener Behandlungen für Burnout, einschließlich nicht-pharmakologischer und medikamentöser Ansätze.

  4. Interventionen am Arbeitsplatz:
    Forschung zu wirksamen Interventionen im Arbeitsumfeld zur Prävention und Bekämpfung von Burnout.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es viele Bereiche für die zukünftige Burnout-Forschung gibt. Durch die weitere Erforschung von Burnout und seinen Auswirkungen auf Individuen und Organisationen können Forscher dazu beitragen, effektivere Präventions- und Behandlungsansätze zu entwickeln.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Burnout ist ein Zustand chronischer geistiger Erschöpfung und körperlichen Beschwerden, der durch lang anhaltenden Stress und Überforderung im Beruf verursacht wird. Dabei können sowohl die Bedingungen im Berufsalltag als auch persönliche Faktoren ein Risiko darstellen. Dazu gehören:

  • ein Hang zu Perfektionismus und übermäßige Selbstkritik, sowie einem starken Bedürfnis nach Kontrolle und Schwierigkeiten, Dinge zu delegieren
  • ungesunde Lebensgewohnheiten wie Schlafmangel, fehlende Entspannungsphasen, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und fehlender Ausgleich zum Job
  • Bedingungen in der Arbeitswelt
    • anhaltende Stresssituationen im Beruf (emotionale Belastung, Druck durch Deadlines oder extrem hohe Anforderungen)
    • übermäßige Arbeitsbelastung, lange Arbeitszeiten
    • mangelnde Kontrolle oder Entscheidungsautonomie, unklare Arbeitserwartungen
    • fehlende Unterstützung durch Kollegen oder Vorgesetzte
    • dysfunktionale Personalführung (mangelnde Anerkennung, begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten, unfaire Behandlung, keine klaren Richtlinien, unzureichende Ressourcen oder Personalausstattung)
  • mangelnde Work-Life-Balance zulasten von Familienleben, Hobbys und Selbstfürsorge

Für Betroffene ist es wichtig zu berücksichtigen, dass sich die Ursachen eine Burnouts gegenseitig beeinflussen können und die Symptomatik von Person zu Person unterschiedlich sein kann. Arbeitgeber können eine Menge tun, um Ihre Mitarbeiter zu schützen, aber auch die Mitarbeiter selbst sollten nichts unversucht lassen, um einem Burnout vorzubeugen und beim Auftreten erster Beschwerden frühzeitig Unterstützung und gegebenenfalls Therapien in Anspruch nehmen